Manchmal frage ich mich, auf welchem Mond ich denn gewohnt? Denn bis gestern war mir der Name von Rainald Grebe mit seiner "Kapelle der Versöhnung" unbekannt. Ab gestern gehört er jedoch zu meinem Pantheon der Genies und Verwirrer.

Rainald Grebe singt lustige Lieder. Naja, vielleicht die erste Zeile ist da noch lustig, doch dann haut er mit der Faust in die Fresse der jüngeren Mittelschicht (vorwiegend 30ger und vor-MidlifeCrisis-Glücklichen) und zeigt, wie nichtig, sinnlos, leer, ent-geistert diese Mittelschicht ist. Und das tut gut, auch wenn dieses Guttun an sich etwas masochistisches hat, das sage ich Euch, werte Leser.

Schaut es Euch lieber selbst an. Ohne Kommentar. Oder besser: mit Kommentar.

Zum Beispiel, Wortkarter Wolfram.

Oder eine Party-Szene der 30jähriger Pärchens. Reich mir mal den Rettich rüber. Der Videomitschnnitt lohnt sich schon wegen der Reaktionen aus dem Publikum.

Und dies sind nur kleine Einblicke in das Werk von Rainald Grebe. Denn
Rainald Grebe ist ein Dadaist als "Spiegelträger"

- genau so wie ihn Kurt Schwitters einst beschrieb:

[Dadaist hält] der Zeit einen Spiegel vor und die Zeit sieht sich darin. Und die Zeit sieht, dass sie Dada ist"