So. Ich war jetzt in der Bibliothek und habe endlich den Gebadeten Urtext.
Da er bisher online nicht zu finden war (zumindest als "Der Gebadete Urtext" von Hans Arp), kann man ab jetzt es bei mir im Blog finden. Im Volltext. Für Dadaisten, Neubauten-Liebhaber und alle anderen. Als Ergänzung zu meiner Analyse des Liedes "Let's do it a Dada" von "Einstürzenden Neubauten".
Hans Arp.
Der gebadete Urtext.
1
Der Zwerge dünnes Horn erschallt.
Die Schiffe reiten auf den Ratten.
Das Wasser hat sich losgeschnallt.
Der Blitz will jede Laus begatten.Die Luft gerinnt zu schwarzem Stein.
Zermalmt wird Schnabel Braut und Rose.
Es reißt der Sterne Ringelreihn.
Der Zirkus stürzt ins Bodenlose.2
Den Schornstein hält er in der Hand.
An beiden Backen trägt er Flossen
und nach dem Barometerstand
steigt er auf Leitern ohne Sprossen.So steigt er lange Leitern lang
mit Wolken in dem Mantelfutter.
Nach einem Leben wird ihm bang.
Ihn überkommt die Wankelmutter.3
Einmal umsonst einmal für nichts
ein Watercorset zum Vergnügen.
Beim dritten Male er zerbrichts
trotz parkettierten Flaschenzügen.Die Muskeln in der Rebusuhr
umschnurren ihre Knochenachsen.
Dabei zerkratzt die Politur
und die Atlantenbärte wachsen.4
Durch Gummibänder an der Uhr
schnellt er zurück in seine Tasche.
Vom Abundzuort bleibt als Spur
der Tannenzapfen in der Flasche.Wie hat er das hineingehext
da er doch Trebertrommeln schlug
und nur das Fenster war beckleckst
das er vor seinem Schweißtuch trug.
Erstveröffentlicht in: Hans Arp, "Der Pyramidenrock", 1924
Zitiert nach: Expressionismus und Dadaismus. Herausgegeben von Otto F. Best. Reclam (=Die deutsche Literatur. Band 14), 2000 Stuttgart. S. 307f.


