Die nächste U-Bahn verspätete sich mal wieder, als zwei junge Männer den Fahrgast Leonard ansprachen, der auf den Zug zu warten im Begriff war:
- Guten Tag, - sprachen sie, - wir führen gerade eine Statistische Untersuchung durch. Dürfen wir Ihnen unverbindlich und anonym ein Paar Fragen stellen?
- Gut, - der Fahrgast Leonard war einverstanden. Die Wartezeit bis zur nächsten Bahn musste er irgendwie sinnvoll überbrücken.
Der eine junge Mann öffnete sein Notizblock und anfing.
- Erstens: waren Sie irgenwann an der Konstruktion eines Raumschiffes beteiligt?
- Nein, - sagte Fahrgast Leonard etwas verwundert.
- Gut. Zweite Frage: was haben Sie heute zum Frühstück gegessen: einen Apfel oder eine Birne?
- Moment mal, gibt es da noch was anderes zur Auswahl? - der Fahrgast Leonard tippte auf den Notizblock des jungen Mannes.
- Apfel oder Birne, - wiederholte der junge Mann.
- Und wenn ich eine Orange, oder gar keine Früchte zum Frühstück hatte? - versuchte der Fahrgast Leonard, sich die Klarheit zu verschaffen.
- Apfel oder Birne, - wiederholte hartnäckig der junge Mann.
- Nee, ich möchte mich enthalten, bei der eingegrenzten Auswahl.
- OK, - sprach der junge Mann ruhig. - Und nun die letzte Frage: sind Sie für oder gegen die Vorurteilssteuer?
- Gegen was? Foltersteuer?
- Nein, Vorurteilssteuer.
- Was ist denn Vorteilssteuer? - der Fahrgast Leonard war verzweifelt.
- Ach nein, ich meine Vor-Ur-Teils-Steuer, - der junge Mann artikulierte deutlich, doch der Fahrgast Leonard gab auf.
Zu seinem Glück war der Zug angekommen und er nutzte diese Gelegenheit auf eine flinke und für seinen Jahrgang sogar bewundernswerte Art und Weise, indem er in die Türe der U-Bahn hineinsprang und so die Flucht ergriff.
Die zwei jungen Männer zuckten mit Schultern und gingen den Steig entlang zu den stählernen Sitzbänken, wo der Poet thronte.
Ungefähr so:
Der Poet thronte auf einer Bank mit seinem wunderbaren Hut. Die zwei junge Männer näherten sich andächtig und reichten dem Meister den Notizblock. Der Genie streifte seines edlen Blickes über die Seiten und deklamierte:
Wo Andereins zu Sternen strebt,
Kannst Du Dich nicht einmal entschliessen
Was soll es geben: welch gar furchtsam Frucht
Des Edens: Apfel oder Birne?
Doch deinen Vorteil nicht zu schätzen
Ist wahrlich eine grausame Folter.
Dein ganzes kleines Leben - ach! - besteht aus Vorurteilen.
Ergreifst Du stets die Flucht. Was kannst Du, ausser Dich zu eilen?
Bestimmt kennen Sie diesen wunderbaren Filmemacher, der seine durch und durch surrealistische Videos selbst dreht. Aber hier nochmals einige meiner Lieblingsfilme: http://www.youtube.com/user/sheepfilms
Ich kenne das Spiel nicht, aber hier ist ein Trailer dazu. Oder eher ein Film?
Grandios, viel besser als einige Hollywood-Produktionen über die Tempelritter, Verschwörungen und Mittelalter.
So. Ich war jetzt in der Bibliothek und habe endlich den Gebadeten Urtext. Da er bisher online nicht zu finden war (zumindest als "Der Gebadete Urtext" von Hans Arp), kann man ab jetzt es bei mir im Blog finden. Im Volltext. Für Dadaisten, Neubauten-Liebhaber und alle anderen. Als Ergänzung zu meiner Analyse des Liedes "Let's do it a Dada" von "Einstürzenden Neubauten".
Hans Arp.
Der gebadete Urtext.
1 Der Zwerge dünnes Horn erschallt. Die Schiffe reiten auf den Ratten. Das Wasser hat sich losgeschnallt. Der Blitz will jede Laus begatten.
Die Luft gerinnt zu schwarzem Stein. Zermalmt wird Schnabel Braut und Rose. Es reißt der Sterne Ringelreihn. Der Zirkus stürzt ins Bodenlose.
2 Den Schornstein hält er in der Hand. An beiden Backen trägt er Flossen und nach dem Barometerstand steigt er auf Leitern ohne Sprossen.
So steigt er lange Leitern lang mit Wolken in dem Mantelfutter. Nach einem Leben wird ihm bang. Ihn überkommt die Wankelmutter.
3 Einmal umsonst einmal für nichts ein Watercorset zum Vergnügen. Beim dritten Male er zerbrichts trotz parkettierten Flaschenzügen.
Die Muskeln in der Rebusuhr umschnurren ihre Knochenachsen. Dabei zerkratzt die Politur und die Atlantenbärte wachsen.
4 Durch Gummibänder an der Uhr schnellt er zurück in seine Tasche. Vom Abundzuort bleibt als Spur der Tannenzapfen in der Flasche.
Wie hat er das hineingehext da er doch Trebertrommeln schlug und nur das Fenster war beckleckst das er vor seinem Schweißtuch trug.
Erstveröffentlicht in: Hans Arp, "Der Pyramidenrock", 1924 Zitiert nach: Expressionismus und Dadaismus. Herausgegeben von Otto F. Best. Reclam (=Die deutsche Literatur. Band 14), 2000 Stuttgart. S. 307f.
Jede intertextuelle Analyse eines Werkes ist nur dann der Vollständigkeit nah, wenn die meisten in diesem Werke versteckten Hinweise entziffert und entdeckt sind. Oft ist es schwer bis unmöglich, denn der Autor sich als eine schweigende Instanz hinter der Vierten Wand verbirgt. Doch wenn der Autor selbst reagiert?
Vor ca. anderhalb Monaten analysierte ich das Lied/Musikstück/Installation von Blixa Bargeld und seinen Einstürzenden Neubauten "Let's do it a Dada". Der Text war voller Zitaten von verschiedenen Dadaisten - und solche intellektuelle Intertextualität ist heutzutage hierzulande leider ziemlich selten. Und (u.A.) daher höchst bewundernswert.
Doch meine Analyse war wahrlich unvollständig. Denn Blixa Bargeld selbst meldete sich zu Wort und gab mir in seinem Kommentar zu meinem Blogeintrag zahlreiche Hinweise,
die ich bei meiner Analyse verpasst habe
die bei der Genese des Liedes eine grosse Rolle spielten.
Hier kommen seine Hinweise, die er als Links postete.
Lustigerweise, geht man diesem Google-Such-Link nach, findet man sofort das wunderbare Video von Frieling, "Hans Arp: Der grosse Sadist". Doch gemeint ist das Gedicht von Hans Arp "Der Gebadete Urtext". Zu meinem Schrecken finde ich gerade in keiner meiner Anthologien diesen Text. Ich werde daher morgen die Bibliothek überfallen.
Das erste Bild ist die Fragment der Kollage "Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands" von Hannah Höch.
Und der signifikante Audiokommentar des Museum of Modern Arts, New York zu diesem Werk:
Der Kommentar thematisiert u.A. die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft, denn auch die Dadaisten, egal, wie zukunftsweisend sie waren, wollten die männlichen Vertreter stets die erste Geige spielen.
Wie Dieter Elger in seinem Buch "Dadaismus" schreibt,
...Bezeichnend dafür ist auch das zweifelhafte Lob Hans Richters in seinem Erinnerungsbuch "Dada Profile", in dem er vor allem ihr [Hannah Höchs, - M.] Talent "als Vorsteherin der Atelier-Abende bei Hausmann" lobte, bei denen sie sich "durch die belegten Brötchen plus Bier und Kaffee, die sie trotz Geldmangel auf irgendeine Weise hervorzuzaubern verstand", unentbehrlich gemacht habe. Ihrer Teilnahme an der "Ersten Internationalen Dada-Messe" 1920 stimmten George Grosz und John Heartfield erst nach massiven Interventionen durch Raoul Hausmann zu.
[Elger, S. 44]
In dieser Photomontage (die auf der "Ersten Internationalen Dada-Messe" gezeigt wurde) jedoch schneidet Hannah Höch mit einem für die damals (ob nur damals?..) traditionelle Frauenrolle symbolhaften Küchemesser "die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands". Was heutzutage als Ironie klingt, war damals die IRONIE. Sie bügelte (man verzeihe mir wieder Genderstereotypen) die gesellschaftlichen Evereste mit dem Bügeleisen des Sarkasmus. Wäre das Werk von einem Dadaisten geschaffen, würde es lediglich geschichskritisch sein. Von einer Dadaistin jedoch assembliert, ist es viel mehr - es ist die Kritik an der Zeit, an der Geschichte, an der Kunst, an den verspielten und verwirkten Genderrollen. Andererseits steht natürlich Messer (="Schnitt") unter dem Zeichen der Genese des Werkes selbst.
Von daher ist der Text-Abschnitt
Ich spielte mit Anna
Ich spielte mit Hannah
Ich weiss wo der Kirchturm steht
Ich reichte ihr das Küchenmesser
Ich kochte ihr den Leim
nicht Kurt Schwitters, sondern Hannah Höch gewidmet. Und ich finde es grossartig, denn sie hat es verdient, als eine Dadasophin.
Hinweis von BB: "ist eine anspielung an Grosz's unfall zum tode"
Zitat aus der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/George_Grosz):
1959 kehrte Grosz mit seiner Frau aus den USA nach Deutschland zurück, wo er wenig später im Juli nach einem Treppensturz in Folge von Trunkenheit starb.
…Just you and me my darling
we know what it really means
Let’s do it, let’s do it, let’s do it a Dada!…
Hinweis von BB: "tja, das ist schwieriger zu finden, vielleicht im TAZ archiv?"
Nun, die Archive der TAZ sind leider kostenpflichtig. Und in der Indipedia (Wikipedia der alternativen Musik) steht nur wenig darüber. Sogar in dem sehr hörenswerten (und immer wiederhörenswerten) Podcast der Neubauten über dieses Lied: http://www.alles-wieder-offen.com/blog/podcast1-german.mp3
ist gerade darüber nichts gesagt (auch wenn andere Themen und Dadaisten sehr wohl erwähnt werden, und Kurt Schwitters sogar im Original zitiert!)
In einem Interview habe ich Hinweise gefunden, worauf Blixa Bargeld mit seinen geheimnisvollen Andeutungen zielt (unterstrichen von mir):
Womit wir zum Titel „Let’s Do it a DaDa“ kommen, einem persönlich gefärbten Kapitel Kunstgeschichte.
Bargeld: Ja (lacht). Im Leben eines jeden Menschen muss es eine Periode geben, in der er von dem fasziniert ist, was als Dadaismus bezeichnet wird. Bei mir war das auch so. Und „Let’s Do it a Dada“ ist wirklich kein Text, an dem ich lange feilen musste. Das war ein Lautgedicht und dann musste ich nur noch die Fakten checken, um zu sehen, dass ich keinen sachlichen Fehler mache.
Ist es für einen Liedtext wichtig, historische Fakten, wie den Wohnort des Dadaisten Wieland Herzfelde korrekt wiederzugeben?
Bargeld: In dem Fall sind akkurate Fakten gerade der Witz. Noch heute bekommt man bei Wikipedia und in den Büchern über Kunstgeschichte aufgetischt, dass der Name DaDa zufällig im Wörterbuch gefunden worden sei, als Bezeichnung für das Stammeln eines Kindes oder ähnlichen Kram. Aber vor ein paar Jahren hatte sich jemand die Mühe gemacht herauszufinden, was DaDa wirklich heißt. Es gab ein paar Meldungen in entsprechenden Zeitungen, ich habe es in der taz gelesen und seitdem ist es wieder vergessen. Überall steht noch derselbe alte Müll. Deswegen habe ich gedacht, setzten wir dem doch mal ein Denkmal, wir veröffentlichen dieses Rätsel. Ich verrate die Lösung nicht, die kann jeder selbst nach recherchieren. Ich warte mal, was passiert.
... und ob möglicherweise der Eintrag im Wikipedia geändert wird.
Bargeld: Ja, das wäre ganz schön, aber scheinbar besteht kein Bedarf daran, die gestrickte Legende zu unterminieren.
In dem Lied raunen Sie einer Geliebten zu, nur „Du und ich mein Liebling, wir wissen was es heißt.“ Als würde Kunst zu einer Geheimsprache zwischen Liebenden werden. Ist vielleicht nur so Liebe zwischen Künstlern möglich?
Bargeld: Das klingt wie eine gute Frage, aber ich wüsste nicht, wie ich sie beantworten soll.
Quelle: http://www.planet-interview.de/blixa-bargeld-15112007.html
Also, geht es hier um das Wesentliche: um die Bedeutung von "Dada". Ich habe mehrere Bedeutungen bzw. Lösungen parat, werde aber weiter suchen. Denn nach diesem Interview fühle ich mich geradezu angesprochen :-) Und die Suche ist nicht zu Ende.
Wenn auch dieser mein Beitrag heute zu Ende ist.
***
Gut, zum Dessert zeige ich die bereits ältere Werbung von Neubauten. Denn die Gruppe hatte geniale Idee: wieso sich vor den Plattenfirmen bücken, wenn man die eigenen Records selbst finanzieren kann. Die Zuhörer waren diesmal als "Supporter": für einen finanziellen Beitrag hatten die Hörer mehrere CD-Unikate pro Jahr bekommen. Und mit diesem Beitrag konnten die CDs für das breite Publikum finanziert werden.
Das ist, wie ich finde, wohl die beste Strategie, wenn man komplett unabhängig von der prosaischen Aussenwelt die eigenen Werke frei und unvoreingenommen kreieren kann. Ich wünschte mir, dass andere Gruppen diesem Beispiel folgen würden.
Auf jeden Fall, hier ist die Werbung, ein Aufruf auf die Genossen, sozusagen :-)
Gute Nacht! Und ich werde weiter nach Hinweisen suchen.
P.S. Und über die Einstürzenden Neubauten werde ich unter dieser Rubrik schreiben (denn ich habe ja auch schon einiges analysiert ;-)): http://merzmensch.blog.de/tags/neubauten/
Das hat mich auch gefreut: mein Blog wird als ein Hilfsmittel für dadaistische Schreibanregungen erwähnt, und zwar auf der Seite des Hilfs-Netzwerks Ratschlag24.com.
...oder besser gesagt: Netzpresse!
Und zwar wurde ich in der Netzeitung erwähnt.
Ist auch schön länger her, und ich habe es erst jetzt entdeckt. Ich habe damals einen Podcast unterwegs zum Wahllokal aufgezeichnet.
Die Geschichte von PentAgrion (und von Teppichhaus??? - oh Schreck!) scheint immer näher ihrem Ende zu sein. Ich hoffe, Teppichhaus Trithemius wird nicht ihre Türe nach dem 10.11.09 schliessen. Es müsste dann mindestens dem Zahlenzauber nach am 10.11.12. geschlossen werden, aber doch keinesfalls morgen!
Auf jeden Fall, ich denke, ich bin vor Jahren auf eine Abschrift, oder Aufzug, (oder wasauchimmer) der Schriften des PentAgrion gestossen.
Und zwar im kalten Dezember 2005, als ich in einem Museum unterwegs war. Da fand ich folgendes Buch:
Daniil Charms, der wunderbare russische Avantgardist hatte im Jahre 1935 eine absurde Vision. Wie nah ist doch die Absurdität zur Realität.
"Ein Ingenieur hatte sich zum Ziel gesetzt, quer durch Petersburg eine riesige Mauer aus Ziegelsteinen zu bauen. Er zerbricht sich den Kopf, wie das zu machen sei, kann nächtelang nicht schlafen und überlegt. Nach und nach bildet sich ein Kreis von Denkern und Ingenieuren, ein Plan zum Bau der Mauer wird erarbeitet. Beschlossen wurde, die Mauer nachts zu bauen, aber so, daß sie binnen einer Nacht gebaut werden sollte, damit sie für alle eine Überraschung werden würde. Arbeiter werden zusammengerufen, die Aufteilung wird vorgenommen. Den städtischen Behörden wird Sand in die Augen gestreut, und schließlich ist die Nacht gekommen, in der die Mauer gebaut werden soll. In den Plan des Mauerbaus sind nur vier Mann eingeweiht. Die Bauarbeiter und Ingenieure erhalten genaue Anweisungen, wer wo zu stehen hat und was zu tun ist. Dank genauester Berechnung gelingt es, die Mauer innerhalb einer Nacht zu bauen. Am anderen Tag herrscht in Petersburg heillose Verwirrung. Auch der Erfinder der Mauer ist niedergeschlagen. Er wußte nämlich selbst nicht, wozu die Mauer dienen sollte.
(Zitiert nach: Charms, Daniil: Die Kunst ist ein Schrank. Aus den Notizbüchern 1924-1940. Berlin 1992. S. 91, Übersetzung von Peter Urban).
P.S. Übrigens, Peter Urban ist wohl der einzige deutschsprachige Übersetzer von Charms, den ich Euch ans Herz legen möchte. Kongeniale Übersetzungen und wertvolle Kommentare.
So wie die Mauer damals nicht zu übersehen war, so wie sie mit einer an die Absurdität grenzenden Sinnlosigkeit die Stadt zertrennte,
so fiel sie ausseinander.
Heute ist es auch nicht zu übersehen, denn viele Internet-Dienste erinnern uns daran.
Google greift zu seinem (und eigentlich auch meinem) Lieblingsmittel: Doodle.
StudiVZ (die berühmt-berüchtigte Seite für gesellschaftliche Kontakte unter Studierenden) hat uns heute mit diesem Design erfreut:
Nur wenn ich mir diesen Design anschaue, dann kommen Fragen. Und wenn Fragen kommen, dann ist es meistens fatal.
Denn:
* wer sind die "roten" und die "blauen" Figuren im Logo - gibt es eine bestimmte Zugehörigkeit? Gibt es Anspielungen? Andeutungen? Oder ist es einfach die autolitugische farbenfrohe Selbstverliebtheit von StudiVZ?
* was heisst eigentlich in diesem Kontext (ich meine, Kontext der historischen Fotoaufnahme) die Frage: "Bist Du schon drin?"
* und die drei Slogans unter dem Foto sind auch interessant gewählt (besser gesagt: sie bekommen eine ganze neue Bedeutung in diesem Bild-Text-Kontext). Besonders: "Sei Dabei in Deutschlands größtem sozialen Netzwerk" und "Bleib im Kontakt mit Freunden, Kommilitonen und Familie".
Und was meint Ihr? Oder bin ich da einfach pingelig?
Doch heute war's merkwürdig nicht um Aufzug, sondern im Aufzug.
Da lag nämlich folgendes Zettel frei herum.
Nun, Otium (unten rechts) steht der Lateinischen Zunge nach für "Müssiggang".
Und die Reihenfolge der Veranstaltungen ist ebenso erklärlich (Klar, nach den Menschenopfern muss man Tempelreinigen, sonst kann man das nächste Mal schwer über die Schriften zur Bildung diskutieren, in all dem Schlamassel). Doch was das ganze soll, das bleibt mir entwehrt.
Da drüben im Teppichhaus entwickelt sich eine Suche nach den geheimnisvollen Papieren des PentAgrion - einer wohl extraterrestrisch entstandenen Weisheit. Eines der Hauptgedankenstränge ist dabei die Kritik an der Menschlichen Sprache einerseits, und Begrüssung jedes Versuches, die Tiefenäusserung der Sprache zu erfassen.
Gleichzeitig wird auch Kurt Schwiters erwähnt, und zwar im Kontext der Plausibilität. Ja, Schwitters hat dazu einiges erzählt. Ich vermute sogar, er hat es besser verstanden, als wir, die in die Zeiten der Medienüberflutungen wohl nach einer übersprachlichen Arche suchen müssen.
Wir sind die neuen Noahs.
Nun was hat Kurt Schwitters mit seinen Merzbaus anderes gemeint, als nicht die über-sprachliche Konstrukte zu errichten, die die Wirklichkeit auf eine von der konventionellen Sprache befreite Art und Weise darstellen?
Es gibt aber Hinderungen an unserem Wege zur Wahrheit.
Als ich beispielweise in Sprengel-Museum war, war es strikt untersagt, die Fotos von Merzbau zu machen. Ich denke, gerade deswegen, weil dieses Gebilde in sich die Wahrheit des PentAgrion trug.
Daher hier das Bild der Wahrheit! Es lebe Merz! Es lebe PentAgrion!